Eckie's Blog
Mittwoch, 6. September 2006
Ich bin drin!
TATA! Heute ist es soweit, mein erster eigener, originaler, unverwechselbarer, unglaublich interessanter, ... , Blog findet sich endlich hier im Internet. Hier liefere ich jetzt wie versprochen die eine oder andere Info von China nach. Die Einträge sind Chronologisch vom 23.08 bis jetzt geordnet, sollte ein durchschnittlicher Mitteleuropäer eigentlich verstehen. Ich habe als Thema einfach mal das Datum hingeschrieben, weil der Blog erst heute freigeschaltet wurde und man da leider nix ändern kann. In Zukunft wird es dann richtig eingegeben :). Einfach nicht verwirren lassen. Da sich der Laden solangsam einspielt und es nicht mehr sooo oft was neues gibt, werde ich in Zukunft in längeren Abständen posten. Ansonsten wünsche ich allen viel Spaß und meldet euch mal per Mail oder ICQ (sollte auch bei mir hier ab und an mal funktionieren).

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05.09.2006
Heute wieder Sprachkurs, diesmal doppelte Ladung. Ich versteh das System hier irgendwie nicht wirklich. Gestern der Kurs war Scheisse schwer, heute lerne ich Grammatik, die ich bereits seit 2 Jahren kann. Seeeeeeehr eigenartig...
Hab mich einem Japaner, der auch bei mir im Kurs ist, angefreundet. Er musste auch noch in den Supermarkt, da sind wir halt zusammen hin. Unterwegs hat er mir dann in schwer verständlichem Chinesisch und erbrochenem Englisch erklärt, was er ansonsten so treibt. Ansonsten habe ich mir heute nen DVD-Player für umgerechnet 28 Euro gekauft. Ja, ich weiß dass es eine Frechheit ist, soviel Geld zu verlangen für einen einfachen DVD-Player mit USB-Anschluß, aber ich ich hatte den inneren Zwang, mir unbedingt mal wieder die Salou-DVD anzusehen...

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04.09.2006
Heute war er dann, der erste Tag im Sprachkurs. Ich hab überhaupt gar nix verstanden. Irgendwie depremiert mich das, immerhin bin ich gerade mal im Mittelkurs. Aber hier läuft das wohl alles ein bissel anders. Naja, alles wird gut. Irgendwann. Mal schauen wie es so weitergeht...

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03.09.2006
Heute war Waschtag. Auch was ganz spannendes. Aber da ich meinen selbstreinigenden Kleiderschrank nicht dabei hab, muss ich halt selbst ran. Natürlich ordnet Florian die Wäsche schon nach Temperatur. Dummerweise umsonst, denn hier wäscht man nur kalt. Also alles doch wieder zusammen in die Tonne. Diesmal passiert er dann, der typische Anfänger-Fehler: Weiße und bunte Wäsche landen in der gleichen Maschine. Macht aber nix, denn da das Wasser ja kalt ist, kann auch nix abfärben.

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02.09.2006
Heute gab's nicht viel. Bin aufgestanden worden von der Putzfrau, hab mich dann mit Mathias zum einkaufen getroffen. Leider gab es die kleinen Dinge des Lebens nicht in der riesigen Einkaufsstraße, also zum Supermarkt und dann nach Hause. Was für ein ereignisreicher Tag...

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01.09.2006
War heute auf der Polizei-Zentrale. Mal wieder typisch China: Die Beamten auf der Visa-Stelle konnten alle Englisch, hatten TFT-Bildschirme mit Barcode-Scannern und alles war mit Marmor verkleidet. Aber die Toiletten waren natürlich mal wieder Plumps-Löcher...
Später dann gab es den ersten kulturellen Höhepunkt: Ich war mit einer Japanerin, einem Koreaner und einer Chinesin in einer Karaoke-Bar. JA, ICH! War ein bisschen so wie im Saarland. Mein Mitbewohner kannte die Japanerin und stellte mich ihr vor. Die kannte die anderen beiden und lud mich natürlich direkt ein, mit zu kommen. Bekannt, oder ;)? Zu so was darf man natürlich nicht nein sagen. Ich bin zum Glück gänzlich unbelastet da rein. Also mit dem Bus Richtung Stadt, dann ein bisschen gewartet und dann ging es in eine Kabine, wo es zwei Mikrofone, zwei Lautsprecher, einen Fernseher und die Bedienungsanlage gab. Dann ging es los. Fazit: Es war schon recht lustig. Wenn man halt mal Unsinn singt, dann ist das halt so. Aber keiner darf lachen oder sich beschweren. Ist wirklich schwer zu erklären, wenn man es noch nicht miterlebt hat. Kann man mit unseren Karaoke-Veranstaltungen absolut nicht vergleichen. Man muss es mal mitgemacht haben, um es zu verstehen. Allerdings neigen Chinesen ein bisschen dazu, zu übertreiben. Spätestens als wir abends kurz vor 8 im stock dunkeln wieder raus sind, wo wir doch schon um 3 mittags da waren merkte ich, dass es doch ein kleiner Tick zu viel war. Aber Lustig war es trotzdem. Hätte ich nur jetzt nicht diesen blöden Ohrwurm von dem Titelsong von „Mulan“...

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31.08.2006
So. Heute mal ein bisschen die Gegend erkundet und umgesehen. Danach mal wieder organisatorisches. War dann bei einer der Lehrerinnen, die mit mir nen kleinen mündlichen Test machte und irgendwie seltsam dreinschaute. Sie konnte mein Chinesisch wohl keinem Kurs zuordnen. Ich habe dann solange mit ihr diskutiert, bis sie mich zur höchsten Stufe zugelassen hat. Immerhin lernt man ja nur, wenn man gefordert wird. Hoffentlich werde ich damit nicht all zu sehr ÜBERFORDERT...

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30.08.2006
So, heute ist also der Wahrheit. Erstmal zusammengepackt und in die Lobby gegangen zum auschecken. Ging seltsamerweise alles gut. Bin dann mit Carla, einer Stipendiatin die auch dort studiert, zur Film Academy gefahren. Dort am Empfang erstmal eingecheckt und die Zimmer inspiziert. Ich muss sagen, recht gut. Die Doppelzimmer sind auf Jugendherbergsniveau, leider auch der Preis: 50Yuan (umgerechnet 5Euro) pro Tag inklusive nettem Japaner. Der ist schon seit vier Jahren hier und spricht so fliessend Chinesisch, dass ich am liebsten aus dem Fenster springen würde. Dann Gesundheitszeugnisstress im Krankenhaus. Bisher wollten die nur alles sehen und sagten, wir sollten für den Stempel morgen wieder kommen, der Arzt ist leider schon weg.. Dafür durften wir 60 yuan löhnen. Hoffen wir, dass es dabei bleibt.
Abends dann das erste Worst-Case-Szenario: Florian fuhr mit den anderen in die Stadt, um was essen zu gehen. Soweit so gut. Da Florian aber nicht mehr mit in eine Kneipe gehen wollte, sondern noch kurz in ein Internetcafe ging, rannte die Zeit ein bissel weg. Und in Peking machen auch die Busfahrer um 11 die Läden runter. Also: Laufen. Was war? Florian hatte keine Karte, keinen Ausweis und keine Adresse der Uni dabei. Nichtmal das Wörterbuch hat er eingesteckt, lag alles schön säuberlich auf dem Bett. Wozu braucht man auch sowas, wenn man in einer Gruppe unterwegs ist? Natürlich hab ich mich gnadenlos verlaufen. Aber zum Glück gibt es immer hilfsbereite Chinesen, die kein Wort Englisch sprechen sich selbst nicht auskennen, weil sie selber Touri sind und deren Karten gerade mal halb so groß sind wie unsere. Naja, so ein Glück kommt
wenigstens nicht allzu oft vor. Nett war der Mann allerdings und er begleitete mich zur anderen Seite, wo ich mir ein Taxi holen sollte. Ausserdem gab er mir ein paar Tips, wie ich mit dem Taxi fahren muss. Nach ner Viertelstunde verstand dann auch der Taxi-Fahrer, wo ich hin wollte und ich kam dann mit ca 2 Stunden an. Jetzt brauch ich ne Runde schlaf...

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29.08.2006
So, heute war also die Einführungsveranstaltung. War recht informativ, aber auf ein paar wichtige Fragen wusste doch keiner ne Antwort. Aber das Essen war gut. Danach hab ich mir mal meine zukünftige Städte des Wirkens angeschaut. Ist recht weit weg vom Hotel, macht aber von aussen einen guten Eindruck. Warten wir mal auf morgen...

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28.08.2006
ENDLICH! ER IST DA! Nach unendlich langen drei Tagen in ein und der selben Hose kam dann sogar mein Koffer endlich an. Erstmal duschen und die westlichen Errungenschaften wie Rasiere und After-Shave nutzen. Dann ging es los mit dem DAAD in das Künstlerviertel „dashanzi“.War wohl eher Geschmackssache. Obwohl es da ein paar schöne Fotos gab, war der Rest wohl zu viel Kultur für mich als einzigen Saarländer. Auf dem Rückweg gings dann in ein typisch chinesisches Restaurantsviertel, man hatte ja Hunger. Also: Frischer Fisch. Wie Frisch? Naja: Das Restaurant war zwar uralt, aber die Technik war nicht schlecht: in einem Fernseher konnte man den Koch sehen, wie er seine Arbeit verrichtete. Hygiene? Nö. Klos? Gibt's keine. Kellnerin bringt also den zappelden Fisch und fragt uns, ob der ok wäre. Leider hat ihm auch sein Zappeln nix mehr genutzt. Die Kellnerin bringt ihn also in die Küche und der Koch haut ihm auf den Kopf. NEIN, er war noch nicht tot. Woher ich das weiß? Weil der Koch ihn seitlich aufgeschnitten hat und er weiter gezappelt hat. Irgendwann hat er dann aufgegeben. Lag wahrscheinlich daran, dass der Koch seine Gräten raus gezogen hat. Immerhin was es frisch. Aber verdammt scharf!!!
Es gab noch eine lustige Aktion: Wir waren alle auf dem Heimweg, plötzlich läuft uns Rui, Anne's Sprachpartnerin von der Uni Trier über den weg. War aber eigentlich abzusehen, so klein wie ja Peking ja nunmal is...

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27.08.2006
Man will einen Ausflug machen, hat aber mal wieder zu viel Zeit, also was macht man? Richtig. Man kauft sich eine Handy-Karte. Meine Nummer in Peking: 0086 010 13436553696. Aber ruft bitte nachts an, dann isses bei mir nämlich Tag ;).
Dann ging die Karawane los zum Yuanmingyuan, dem Kaiser-Garten. Recht gut, aber sowas von groß. Dort gab es drei Seen, von denen der große etwa die Maße vom Bostalsee hat. Ich muss mich wohl korrigieren, Peking ist sehr, sehr, sehr, sehr groß. Aber ich hatte ein gutes Gefühl im Bauch, was unsere Koffer betrifft. Allerdings sagte mir meine Ahnung was anderes. Und was war? Es traf mal wieder alles zu. Heute kamen zwar die Koffer der beiden anderen an, aber natürlich war meiner wieder nicht dabei. TOLL! Später gings dann auf den Platz des Himmlischen Friedens. Ihr errinert auch sicher an was... Dort war Anne irgendwie Hauptattraktion. Chinesen kennen wohl keine 2 Meter Frauan, die rote Haare haben. Naja. Danach gab es die wohl feinste Peking-Ente aus DEM Restaurant. Echt Geil!Danach noch ein Abstecher auf die Wangfuqing Road. WOW!
Stellt euch mal ne Strasse vor, die so lange ist wie die A623 mit Gebäuden, die alle +- die größe vom KdW in Berlin haben. Ich korrigiere schon wieder: Peking ist sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr groß!

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26.08.2006
Was tut man wenn der Koffer immer noch nicht da ist? Man geht (wie jeden Tag) Kleider kaufen. Also U-Bahn Richtung Stadtkern und gib ihm. Auf der Fahrt sieht man tatsächlich ein paar mehr als uralte Häuser. Keine Klima, nur ein Zimmer mit 20qm und ein Dach, das nach Pappe aussieht. Aber es gehen 6 Leute rein. Wie das geht? Ja, genau...
In der Einkaufsmeile gibt es so ziemlich alles. Da gehen meißt die nicht so reichen hin. In den Aber auch Bettler gibt es hier. Eine ca 80 Jährige Frau hält mich fest und schiebt mir ne Schüssel unter die Nase, in die Geld werfen soll. Dann kommen ein paar Chinesen, die nach ihr treten wollen. Was macht man in solch einer Situation? Ich bin erstmal da gestanden und hab nix gemacht. Was auch? In den Läden is man immer Ami. Egal wo man herkommt, jeder sagt mitten in der Nacht “Good morning“ oder so nen Unsinn. Aaaaargh! Das nervt! Abends auf dem Heimweg haben wir uns dann noch verlaufen. Peking ist sehr, sehr groß.
Plötzlich waren wir auf nem Schwarzmarkt. Der war sowas von schwarz! DVDs, Spielzeug und Meerschweinschen – alles aus einer Hand. Ist ja auch irgendwie praktisch, oder?

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25.08.2006
Ging ja nochmal gut? Von wegen! Der Flug war im Prinzip ganz ok, nur das morgens Omelette war nicht so prickelnd. Is halt typisch „British“. Ansonsten war „Ab durch die Hecke“ auch auf Englisch ganz lustig. Kaum trat ich aus der Maschine, hauts mich schon von den Socken: 23 Grad und 80% Luftfeuchtigkeit waren nicht das Problem, vielmehr war es der Smog. Derr ist so dicht, dass der Himmel niemals blau wird sondern immer nur GRAU. Immer. Ja, wirklich immer. Dann geht’s durch die Quarantäne-Zone mit nem Zettel, auf dem ich angeben musste, ob ich Vogelgrippe habe. Ich habe mal Nein ankreutzt. Hoffentlich stimmt das auch noch, wen ich wieder zurückkomme...
In der Gepäckhalle gab es alles. Ausser unsere Koffer. Die sind leider auf der Strecke geblieben, dummerweise weiss keiner wo. Ab zum Schalter, beschweren. In stark erbrochenem Englisch wurde uns gesagt, wir sollten warten, das klärt sich schon. Tolle Wurst.
Danach gings dann Richtung Ausgang. Von Internationalem Flughafen war da aber nicht viel zu sehen, überall nur Chinesen. Florian musste zuerst mal aufs Klo, was recht lustig war: Kaum reingekommen, hat erstmal jeder ins Becken gespuckt. OK, darauf is man vorbereitet worden. Auch darauf, dass es keine Klos sondern nur Löcher im Boden gibt. Aber dass die so stinken...
Ich stelle mich also in der Schlange an, warte auf ein freies Loch. Die Tür geht auf, und ein Chinese mit vollkommen rotem Kopf kommt raus und wischt sich den Schweiß ab. Putzman geht hin mit seinem kleinen Lappen, sieht sich das Klo von innen an und geht fluchend wieder raus, um eine Saugglocke von 60 zu holen. Sowas gibt’s wahrscheinlich nur hier...
Nach ein paar Notkäufen von Kleidern und nem Zwischenstop im KFC geht’s für die nächsten 13 Stunden erstmal ins Bett.

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24.08.2006
Tag des Abflugs. Kaum in Düsseldorf angekommen die nächste Nervenplage: Handgepäck in den
Koffer umladen, weil man bei BritishAirways nicht mehr mitnehmen darf ausser einer Laptop-Tasche aufgrund der Terror-Warnung. Eigentlich hat man das Handgepäck ja, falls der Koffer mal aus versehen woanders hinkommt. Aber das passiert ja unter Tausend vielleicht einmal. Und wenn es ja eh nicht anders geht, macht man das halt. Dann warten, verabschieden (glaubt mir, das war NICHT einfach) und ins Gate gehen. Und wieder warten. Dann einsteigen in die 747 nach London und los gehts. Mein erster Flug. War aber gar nicht so schlimm, wie ich mir das immer vorgestellt hab. Meine Güte, ist Heathrow groß! Nachdem wir dann mit über einer Stunde Verspätung in London angekommen sind, haben wir vollkommen verschwitzt zwar noch gerade den Flieger nach Peking bekommen. Naja, ging ja nochmal gut!

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23.08.2006
Jaja, so ist das halt. Man plant ein Auslandsstudium in China, aber dass das was sinnvolles sein kann, glaubt dir anscheinend keiner der Deutschen Behörden. Einen Tag vor meiner Abreise kommt ein unscheinbares Briefchen in dem steht, dass ein Formular fehlt und meine Waisenrente in China nicht gezahlt werden kann. Na Super!Nach ein bisschen Panik ruft man mal an und hört solche Sachen wie "Ach ja, das hätte ich ihnen eigentlich vorher schicken können". Na danke, ja hätten sie. Was tun? Genervt sein und das Formular in China ausfüllen lassen und haffen, dass dann nix mehr schief geht. Also fahre ich ohne finanzielle Sicherheit nach China – ein tolles Gefühl...

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Letzte Aktualisierung: 2006.11.06, 10:45
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